Space Cowboys [Blu-ray] Vier alte S?cke gehen auf eine Weltraummission, weil sie die einzigen sind, die sich noch mit einer Technik auskennen, die zur Behebung eines, nun ja, wirklich gro?en Problems beherrscht werden muss. Ein Satellit ist au?er Kontrolle geraten. Nat?rlich erst arg sp?t erfahren unsere wackeren Astronauten, dass er noch mit Atomraketen best?ckt ist, die dort eigentlich gar nicht sein d?rften. Werden unsere Armageddon-Geronten die Welt retten? Und was bedeutet das f?r sie pers?nlich, nun doch noch auf Weltraummission zu gehen? Vor vierzig Jahren sollte es schon einmal so weit sein, doch unsere einstigen Flieger-Asse wurden im letzten Moment durch Affen ausgetaucht.
Wir befinden uns in einem vor allem in den ersten zwei Dritteln sehr entspannten, liebenswerten, kom?diantischen Film, der mit Schmackes gegen den Jugendwahn streitet. Clint Eastwood hat noch nie versucht, mit Gewalt j?nger zu wirken und oftmals Alter und Krankheit zum Thema seiner Filme gemacht. Somit ist er als Regisseur und Hauptdarsteller die richtige Wahl f?r ein entspanntes Buddy Movie, in dem er zusammen mit James Garner, Tommy Lee Jones und Donald Sutherland mal eben die Welt rettet. Dass das Ganze ein bi?chen haneb?chen ist, st?rt nicht im Geringsten. Man m?chte die absolut sympathische Botschaft einfach glauben und sollte den Film eher als Reflexion ?ber das Altern denn als authentisches Weltraumabenteuer sehen. Dann funktioniert er meist hervorragend und schildert die im Genre typischen schrulligen Eigenschaften der Protagonisten mit viel Liebe zum Detail und seinen Figuren. Eastwood ist der Macher, James Garner ist der Schusselige, Donald Sutherland ist der Frauenheld und Tommy Lee Jones ist die etwas tragische Figur. Das ist zwar gelegentlich ein bi?chen in der N?he zum Klischee, aber man muss nur einmal sehen, wie Eastwood seine Mitstreiter einf?hrt. Jeder bekommt eine hinrei?ende Einf?hrungsszene geschenkt, als Eastwood ihn zwecks Re-Aktivierung aufsucht. Diese Szenen scheinen mir sehr genau geschrieben und inszeniert, denn sie bringen auf den Punkt, was die Quintessenz der M?nner ist. Donald Sutherland rast voller Vergn?gen statt als Astronaut als Achterbahntester durch die Gegend, Eastwood spricht eine sch?ne junge Frau auf ihren “Vater” an, und der Kuss, den sie kurz darauf mit Sutherland austauscht, straft Eastwoods Vermutung definitiv L?gen. Garner ist Pfarrer geworden und verhaspelt sich permanent beim Predigen, noch immer von seiner Vergangenheit tr?umend. Jones macht Touristenfl?ge mit dem Kleinflugzeug und f?hrt einem Gr?nschnabel, der “so richtig wild fliegen will”, einmal vor, was eine Harke ist. Das ist zwar lustig, aber wir sp?ren in Jones’ abgekl?rtem Zynismus die Tragik und Verbitterung eines Mannes, der nach der Gro?en Fliegerei nie wieder einen Platz in der Gesellschaft gefunden hat. Was Garner noch mit l?ssigem Humor tr?gt, hat bei Jones sichtlich Spuren hinterlassen. Auch dass sein Kunde schlie?lich auf den Flieger reihert und wir hinterher noch lange sehen, wie Jones das wegwischt, ist mehr als nur ein schneller Lacher. Dieser Mann findet seinen Job offensichtlich zum Kotzen.
Derma?en eingef?hrt, sehen wir den vier M?nnern einfach verdammt gern zu beim Training, dem erst unbeholfenen Umgang mit so neumodischem Krimskrams wie einem Flugsimulator und den Frotzeleien mit den j?ngeren Kollegen. Leider habe ich das letzte Drittel des Filmes als etwas schw?cher empfunden. W?hrend es sich zuvor klar um eine Kom?die handelt, nimmt sp?ter das Drama um den unheilbar erkrankten Jones und die notwendige Weltrettung ?berhand. Nun ist das nicht unbedingt ein Bruch, zumal wie erw?hnt das Tragische von Jones schon zu Beginn subtil angedeutet wird. Schwach ist eher die Art und Weise, in der Eastwood das durchzieht, und hierzu muss der Ausgang verraten werden. Sobald Jones sagt, er m?chte nicht als Dahinsiechender leben, kann man sich denken, dass er sich f?r die Weltrettung opfern wird, und so kommt es auch. Zwar ist der Wille, in W?rde und/oder in den Stiefeln zu sterben, ein gern gesehenes Eastwood-Motiv (Honkytonk Man, Million Dollar Baby, Gran Torino). Aber es schadet, dass Eastwood es hier mit der Weltrettung kombiniert. Dadurch schleicht sich ein schales Aufopferungsmotiv in die Geschichte, das sattsam aus “Armageddon” des erzkonservativen Michael Bay bekannt ist. Noch in der gr??ten Actionorgie (z.B. in “Transformers”) muss Bay irgendwie die Aussage unterbringen, dass es die vornehmste Pflicht des Einzelnen sei, sich f?r ein diffuses Gemeinwohl aufzuopfern (”Ohne Opfer kein Sieg”, sagt ein Soldat in “Transformers”, ohne dass der Film das irgendwie aus ironischer und/oder kritischer Distanz sieht). Selbst wenn es um die Weltrettung geht, ist das von einem verbr?mten Pathos gepr?gt - Du bist nichts, Dein Volk (oder eben die Erde) ist alles. Man kann Eastwood gewiss nicht vorwerfen, dass er solches Gedankengut mit sich herumtr?gt und dass er sich an einem kurz zuvor erschienenen Blockbuster wie “Armageddon” orientiert h?tte. Eastwood erz?hlt immer die Geschichten, die er gerade erz?hlen will, ohne R?cksicht auf etwaige Konkurrenzfilme und Marktforschungen. Vielleicht hatte er eher die pers?nliche Geschichte des von Jones gespielten Mannes im Sinne. Dies w?rde zu den anderen genannten Eastwood-Filmen mit vergleichbarem Subthema wie ?berhaupt zu Eastwoods individualismusgepr?gten Themen passen. Allein, f?r mich hat sich der “Armageddon”-Bezug beim Sehen geradezu aufgedr?ngt, denn die Verkn?pfung des Pers?nlichen mit der Weltrettung, sie ist nun einmal da. Auch ist das letzte Drittel zu pathetisch erz?hlt, die Musik schwillt an, die Tr?nen von Jones’ Film-Ehefrau tun das Gleiche und die Witze machen einem etwas dick aufgetragenen Drama Platz. Schade! Andererseits, das Schlussbild kann wieder nur Eastwood: Jones sitzt auf dem Mond, tot, wir sehen nicht sein Gesicht durch den Raumanzug, doch die Haltung und die Einbettung dieser Szene in Eastwoods R?sum? lassen keinen Zweifel, dass hier einer seinen Frieden gefunden hat. Und nur der Jazz-Fan Eastwood bringt es, zu einem solchen Bild Sinatras “Fly Me To The Moon” erklingen zu lassen. Hier hat der Film seine Balance wiedergefunden, hier ist sie wieder da, diese herrliche Mischung aus leicht schr?ger Komik und poetisch-wehm?tiger Sch?nheit. Leider war sie zwischenzeitlich verschwunden. Warner: SPACE COWBOYS/ V?: bereits erschienen/ Genre: Science-Fiction/ Ausgabeformat: 1920 x 1080p/ Aufnahmeformat: 2,35:1/ L?nge: 02:06:00/ FSK: 12 Diese Kom?die, die Amerika von einer Seite zeigt, wie es sich selbst gerne sieht, ist so lustig, dass Sie versucht sein werden, aufzustehen und zu salutieren. Regisseur und Darsteller Clint Eastwood schafft es, eine Thematik, die leicht ins Absurde h?tte abrutschen k?nnen, in einen triumphierenden Tribut an das Alter und an die damit verbundene Erfahrung zu verwirklichen.
Space Cowboys gelingt es, zwei Filme in einem zu sein. Zum einen ist der Film eine Kom?die ?ber sich bereits im Ruhestand befindliche Astronauten, die eine letzte Chance bekommen, Ruhm und Ehre zu erhalten. Zum anderen ist Space Cowboys ein Thriller ? la Apollo 13 mit all seinen zwingend vorgeschriebenen Helden.
Mit einer Traumbesetzung von Hollywood Veteranen, die die Art von Charakteren spielen, die die Boulevardzeitungen als “?berreife Helden” bezeichnen, springt der Film von einem Prolog, der 1958 spielt und zeigt, warum es damals mit der Reise in den Weltraum nicht geklappt hat, in die Gegenwart des Jahres 2000. Die bereits pensionierten Asse der Air Force (Clint Eastwood, James Garner, Donald Sutherland und Tommy Lee Jones) melden sich freiwillig, um einen russischen Satelliten zu retten, der abzust?rzen droht und den nur der von Eastwood dargestellte Charakter reparieren kann. Wie sich im Lauf der Handlung herausstellt, ist dieser russische Satellit ein ?berbleibsel aus der Zeit des Kalten Krieges, der mit aktiven nuklearen Sprengk?pfen versehen ist.
Space Cowboys schwingt sich zu einem energiegeladenen H?hepunkt, in dem die Helden ihr K?nnen unter Beweis stellen. Aber zun?chst zur Kom?die: Es ist Vergn?gen pur, diese alten K?uze dabei zu beobachten, wie sie sich durch die Tests der NASA k?mpfen. Immer wiederkehrende Gags sind dabei nat?rlich Themen wie Falten, k?nstliche Gebisse und Austern gegen eine nachlassende Libido (Sutherland stiehlt jedem die Show, aber alle anderen Schauspieler haben offensichtlich auch ihren Spa?). Von dem Zeitpunkt an, als sich die Crew im Weltraum befindet, zeigt sich eine weitere Qualit?t des Films: Die Zauberer der Spezialeffekte bei Industrial Light and Magic (dahinter verbirgt sich nat?rlich nichts Geringeres als das George Lucas Imperium) sorgen f?r wunderbare Ausblicke aus der Umlaufbahn der Erde, wobei besonders der Blick auf Italien gelungen ist.
Eine zweite Handlungsebene, die von einem nicht ganz astreinen NASA-Beamten erz?hlt, ist ziemlich oberfl?chlich, aber das tut dem Film keinen Abbruch. Space Cowboys verdient seine Schwingen und demonstriert wieder einmal, dass Eastwood sich in jedem Genre heimisch f?hlt. –Jeff Shannon Space Cowboys [Blu-ray]
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